– Offizielle Brett- und Figurenzeitung der Schachgesellschaft Emmenbrücke

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Mittwoch, 8. Juli 2026

Vor 50 Jahren:

Viktor Kortschnoi entschied sich für die Freiheit

Im Juli 1976 schrieb der spätere Schweizer Grossmeister Viktor Kortschnoi Schachgeschichte. Nach dem IBM-Turnier in Amsterdam kehrte der damalige Weltranglistenzweite nicht mehr in die Sowjetunion zurück, sondern beantragte in den Niederlanden politisches Asyl. Damit begann eine der aussergewöhnlichsten Karrieren der Schachgeschichte.

Bild und Text von ChatGPT

♟️ Viktor Kortschnoi (1931–2016)

Viktor Kortschnoi 💻 gehörte zu den grössten Schachspielern des 20. Jahrhunderts. Der in Leningrad geborene Grossmeister gewann viermal die Meisterschaft der Sowjetunion und zählte während Jahrzehnten zur absoluten Weltspitze. Zweimal – 1978 in Baguio und 1981 in Meran – forderte er Weltmeister Anatoli Karpow zum Weltmeisterschaftskampf heraus. Viktor Kortschnoi prägte auch das Schweizer Schach nachhaltig. Zwischen 1982 und 2011 (mit 80 Jahren!) gewann er fünfmal den Schweizer Meistertitel und blieb bis ins hohe Alter ein Vorbild an Kampfgeist und Spielstärke.

Die Entscheidung war mit grossen persönlichen Opfern verbunden. Seine Ehefrau und sein Sohn mussten zunächst in der Sowjetunion bleiben, während Kortschnoi im Westen praktisch bei null beginnen musste. Doch sein unbändiger Kampfgeist liess ihn auch diese Herausforderung meistern. Schon bald gehörte er wieder zur absoluten Weltspitze und spielte 1978 sowie 1981 um die Weltmeisterschaft gegen Anatoli Karpow. Diese Duelle zählen bis heute zu den spannendsten und politisch bedeutendsten Weltmeisterschaftskämpfen überhaupt.

Für die Schweiz war Kortschnois Ankunft ein Glücksfall. Ab 1978 lebte er hier, später wurde er Schweizer Bürger und vertrat unser Land während vieler Jahre bei Schacholympiaden und internationalen Turnieren. Mit seiner kompromisslosen Spielweise, seinem unerschütterlichen Kampfgeist und seiner Liebe zum Schach inspirierte er Generationen von Spielerinnen und Spielern.

Auch die Schachgesellschaft Emmenbrücke erinnert mit grossem Respekt an Viktor Kortschnoi. Sein Lebensweg zeigt eindrücklich, dass Schach weit mehr sein kann als ein Spiel: Es steht für Mut, Durchhaltewillen und die Freiheit, den eigenen Überzeugungen zu folgen. Fünfzig Jahre nach seiner Flucht bleibt Viktor Kortschnoi eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der Schachgeschichte – und eine Legende des Schweizer Schachs.

Einen längeren Artikel 💻 über die Flucht in den Westen von Viktor Kortschnoj bei Chessbase.

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