Sonntag, 22. März 2020

Zeitreise: Mecking - Polugajewski, Luzern 1977 (1)

1977 Spielort des Kandidatenwettkampfs
(Foto: Internet)
Im Jahr 1977 musste ein Herausforderer für den aktuellen Weltmeister Anatoly Karpov 🔹gefunden werden. Dieser hat zwei Jahre zuvor den Titel kampflos gewonnen, weil der amtierende Weltmeister Robert James «Bobby» Fischer 🔹nicht zum Duell antrat. Es gab acht Kandidaten, die im Cup-System einen Herausforderer ermittelten.

Der wohl interessanteste Viertelsfinal wurde in Luzern gespielt: Henrique Mecking (Brasilien), der erste nicht in Argentinien geborene lateinamerikanische Grossmeister gegen einen der grössten Theoretiker der Sizilianischen Verteidigung:  Lew Abramowitsch Polugajewski (ehemals Sowjetunion).

Die beiden Spieler haben sich am Interzonenturnier 1976 in Manila qualifiziert. Die anderen Viertelfinale sind Kortschnoi gegen Petrosian, Portisch - Larsen und Spassky gegen Hort. Namen, die heute nur noch den älteren Schachspielern geläufig sind. Ein Viertelfinal dauerte 12 Spiele, wobei wer als erster 6½ Punkte auf dem Konto hatte, natürlich automatisch gewinnt. Steht der Wettkampf danach Unentschieden, würden zwei weitere Partien gespielt. Wenn es noch keinen Gewinner gab, war geplant den Vorgang zu wiederholen - bis es einen Sieger gab.

Lew Polugajewski, 1972
(Foto: Wikipedia)
Fugi Fuchs (ehemals Fugi's Chuchi-Chäschtli) war Präsident des Organisationskomitees. Als Spielort wählte man das alte Kunst- und Kongresszentrum in Luzern 🔹(das ab 1995 abgerissen und neu aufgebaut wurde). Henrique Mecking 🔹(Brasilien) hat sich einige Tage vorher im Hotel Schweizerhof (gleich über die Seebrücke gegenüber) einquartiert um sich zu akklimatisieren. Als Sekundanten wählte er den Italiener Sergio Mariotti, der allerdings schon nach drei Runden entlassen wurde. Die Kosten wurden bezahlt und Mecking erhielt auch einen Alfa Romeo mit seinem Namen. Lew Abramowitsch Polugajewski 🔹kam erst kurz vor dem Turnier nach Luzern und liess sich im Hotel Monopol nieder. Sein Sekundant war Vladimir Bagirov. Wobei damals schon vermutet wurde, dass ganz Russland mit ihm elektronisch verbunden war.

Der Veranstaltungsort verfügte über grosse elektronische Tafeln, um den Fans zu helfen, die anderen Viertelfinalspiele zu verfolgen. Diese fanden fast gleichzeitig statt. Dieser Viertelsfinla war auch das attraktivste Schachspiel seit dem Weltmeisterschaftskampf 1972 zwischen Robert James Fischer und Boris Spassky. 

 «Das neue Duell Ost gegen West, eine neue Konfrontation UdSSR gegen Amerika.»

Quelle: Internet