Dienstag, 9. Oktober 2018

Die Schachregeln (3): Der Läufer

Zu Beginn einer Partie befinden sich zwei weisse und zwei schwarze Läufer auf dem Brett. Jeder Spieler bzw. Spielerin hat jeweils einen weissfeldrigen und einen schwarzfeldrigen Läufer. Zusammen mit dem Springer gehört er zu den Leichtfiguren sowie zu den Offizieren. Läufer können ihre Felderfarbe nicht wechseln. Je nach der Farbe des Feldes, auf dem ein Läufer steht, spricht man davon, dass der Läufer weissfeldrig bzw. schwarzfeldrig ist.

Läufer ziehen immer diagonal beliebig weit über das Brett, wobei sie nicht über andere Figuren oder Bauern hinweg ziehen dürfen. Aufgrund der diagonalen Zugweise kann ein Läufer somit nur Felder gleicher Feldfarbe erreichen. Dies bedeutet eine Einschränkung seiner Zugmöglichkeiten und damit eine Schwäche des Läufers. Hauptsächlich aus diesem Grund wird der Läufer schwächer eingeschätzt als der Turm. Der Wert eines Läufers entspricht mit drei Bauerneinheiten in etwa dem eines Springers, während der Turm einen um etwa zwei Bauerneinheiten höheren Wert hat. Diesen Wertunterschied bezeichnet man als Qualität.
Ein Läufer steht wirkungsvoll, wenn ihm viele Zugmöglichkeiten offenstehen. In offenen Stellungen ist der Läufer dem Springer wegen der größeren Reichweite meistens überlegen. Stark ist ein Läuferpaar, das sehr oft einem Springerpaar oder einem Läufer und Springer überlegen ist. Läufer sind langschrittige Figuren, die in einem Zug von einer Brettseite zu anderen gelangen können, wenn alle dazwischenliegenden Felder frei sind.

In der Anfangsphase einer Partie, der Eröffnung, ist man bestrebt, die Läufer möglichst schnell zu entwickeln, das heisst sie in eine strategisch günstige Position zu bringen. Man kann ihn direkt ins Spiel bringen oder auch etwas ruhiger über die Flanken entwickeln. Zwei Läufer können - vereint - im Mittelspiel gegen den gegnerischen König von grossem Vorteil sein. Nicht selten führt dies zusammen mit einer Dame oder Turm zu einem Mattangriff. Das Mattsetzen mit nur zwei Läufern und König gegen König ist unproblematisch. Gute Chancen auf ein Remis hat man im Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern, dies besonders bei leichtem Materialnachteil, so etwa bei einem oder zwei Bauer(n).

Die Schachregeln (1): Der König
Die Schachregeln (2): Der Turm

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