Freitag, 13. Mai 2016

♛ Theorie: «gute» und «schlechte» Läufer

© Grafik Deutsche Schachjugend

Die Stärke einer Figur hängt meistens von ihrer Beweglichkeit und ihrem Einfluss auf dem Brett ab (also den direkt erreichbaren Feldern). Unter allen Figuren verdient hierbei aber der Läufer besondere Beachtung. Es kommt nämlich oft vor, dass ein Läufer von den eigenen oder den gegnerischen Bauern so sehr in seiner Beweglichkeit behindert wird, dass er keine Wirkung mehr hat. Dagegen können freie Diagonalen den Läufer in eine starke Figur verwandeln.

Wegen der oft die ganze Partie über festgelegten Bauernstruktur muss der Läufer schon frühzeitig mit ins Spiel einbezogen werden. Ein  guter Läufer ist dann gegeben, wenn er möglichst zentral steht (oder postiert werden kann) und in alle Richtungen offene Diagonalen hat. In diesem Falle sollten die eigenen Bauern auf Feldern der entgegengesetzten Farbe stehen.

Hingegen wird ein schlechter Läufer meist von Bauern auf der gleichen Felderfarbe eingesperrt. Besonders traurig ist es, wenn diese Bauern «festgelegt» sind und keine Aussicht auf Besserung besteht.


Guter Läufer

Hier dominiert der starke Läufer über den eingesperrten schwarzen Springer. Dieser ist bereits hilflos gegen das Manöver b3-b4-b5 (mit oder ohne Bauerntausch), wonach er einfach geschlagen wird. Der schwarze Rettungsversuch b5 wird einfach mit a4 beantwortet.

Schlechter Läufer
Der schwache Läufer kann nichts ausrichten. Weiß kann sogar nach Sd4-b3-a5 auf b7 schlagen. Selbst wenn Schwarz den Bauern b7 mit Lc8 deckt, kann er einfach genommen werden, da nach Annahme des Springeropfers der d-Bauer ungehindert durchläuft.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen