Samstag, 15. März 2014

Tartakowerismen

Tartakowerismen sind pointierte und ironische Aussprüche, mit denen der Schachmeister Savielly (Xavier) Tartakower (1887–1956) seine freien, das heisst außerhalb eines Wettbewerbs gespielten Partien und seine veröffentlichten Partienkommentare versah. 

Unter Schachspielern sind viele davon zu Sprichwörtern geworden.



Eine kleine Auswahl:
  • „Die Drohung ist stärker als die Ausführung.“
  • „Der Taktiker muss wissen, was er zu tun hat, wenn es etwas zu tun gibt; der Stratege muss wissen, was er zu tun hat, wenn es nichts zu tun gibt.“
  • „Es ist stets günstiger, die Steine des Gegners zu opfern.“
  • „Der Isolani verdüstert die Stimmung auf dem Schachbrett.“
  • „Die Fehler sind alle da, sie müssen nur noch gemacht werden.“
  • „Die Tragödie der Fehler ist die Tragödie der Leidenschaften.“
  • „Eine ganze Partie kann auf einen bestimmten Fehler zugeschnitten sein.“
  • „Die Schachpartie ist gewöhnlich ein Märchen aus Tausendundeinem Fehler.“
  • „Immer der vorletzte Fehler gewinnt.“
  • „Im Schach lernt man nur durch Fehler.“
  • „Die Existenz des Schachspiels wird allein durch die Existenz von Fehlern gerechtfertigt.“
  • „Fehler können und dürfen nur starke Spieler machen.“
  • „Im Schach gibt es nur einen Fehler – die Überschätzung des Gegners.“
  •  „Opfer beweisen nur, dass jemand einen Fehler gemacht hat.“
  •  „Moralische Siege zählen nicht.“
  •  „Jeder Schachspieler sollte ein Hobby haben!“
  •  „Das Verhindern eines Figurenverlustes hat schon vielen Spielern die Partie gekostet.“
  •  „Wenn der Großmeister den Springer nach e5 zieht, ist das Matt nicht mehr weit.“
  •  „Ein Partie teilt sich in drei Phasen: In der ersten hoffst du, einen Vorteil zu haben. In der  zweiten, glaubst du einen Vorteil zu haben. Und in der dritten ... weißt du, dass du verlierst!“
  • „Eine Partie wird nur durch Fehler entschieden - durch eigene oder durch gegnerische...“ 

Einige der Tartakowerismen, die teilweise einen ernsthaften schachpsychologischen Hintergrund aufweisen und humorvoll zuspitzen, arbeitete Aleksei Suetin in sein Schachbuch Typische Fehler (Sportverlag, Berlin 1980) ein.

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