Montag, 12. November 2012

Geschichte: Schacholympiade 1982 in Luzern (3)

Es sind 30 Jahre her! Vom 29. Oktober 1982 bis zum 16. November 1982 wurden in der Ausstellungs-Festhalle Allmend in Luzern die 25. Schacholympiade der Herren und die 10. Schacholympiade der Frauen ausgetragen. Das Turnier war der grösste je in der Zentralschweiz ausgetragene Schachanlass.
Einige Randnotizen von damals
Inoffizieller Titel: Miss Olympia 1982


Die Kosten für die 25. bzw. die 10. Schacholympiade beliefen sich damals ungefähr auf drei Millionen Schweizer Franken. Irgend jemand hat ausgerechnet, dass in Luzern etwa 250'000 Züge gemacht wurden, was umgerechnet pro Zug Kosten von elf Franken ergeben würde.

Najeeb Mohammed Saleh aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war mit 12 Jahren der Jüngste, Ron Blow aus Guernsey als 74jähriger der Älteste der Teilnehmer.

Eine Besonderheit in Luzern war die Aufwertung des Damenschachs. So wurde zum ersten Mal eine inoffizielle «Miss Olympia» gewählt. Fast einstimmig fiel die Wahl auf ein junges Mädchen aus Mexiko: Hilda Acevedo!

Miss Olympia 1982 Hilda Acevedo (Fotos: unbekannt)
Das Team aus Uganda landete nicht in Luzern - sondern in Lugano, dem Austragungsort der Schacholympiade 1968. Seltsamerweise, da die Afrikaner 1968 nicht am Turnier im Tessin teilgenommen haben. Glücklicherweise kamen sie einen Tag später in Luzern an und konnten das Turnier ab der 2. Runde mitspielen.

Noch mysteriöser war das «Abtauchen» der kenianischen Mannschaft (indische Spieler, die dort arbeiten!). Irgendwie verloren sie sich auf dem Weg nach Luzern... in Paris. So verpasste Kenia gleich die ersten zwei Runden und die Turnierorganisatoren liessen sie selbstverständlich ebenfalls noch ab der 3. Runde weiterspielen.

Es gab auch Sprachschwierigkeiten. So sprach die mongolische Spitzenspielerin einen Dialekt, den nicht mal ihre Teamkolleginnen verstanden.

Und da war dann noch dies: Auf die Frage eines Olympiateilnehmers, wo er denn seine Mealtickets  (Essensgutscheine) beziehen könne, schickte ihn der angesprochene Funktionär zum Bahnhof. Allerdings hat der arme Spieler sein Essen dort nie bekommen. Sprachkenntnisse sind manchmal (fast) alles.

SGE-Journal: Schacholympiade 1982 in Luzern (1)
SGE-Journal: Schacholympiade 1982 in Luzern (2)

Fortsetzung und Schluss folgt

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen