Kein leises «Schach»,
Kein hitzig diskutiertes Bauernendspiel. Nur… Stille im Spiellokal. Ein Zustand, den man bei uns höchstens aus Pattstellungen kennt. Doch schon bald liegt das Konfetti zentimeterdick – und bei einem Mitglied der Schachgesellschaft Emmenbrücke geschieht etwas völlig Unerwartetes:
Das Problem
Wie jedes Jahr gilt bei uns die eiserne Regel:
Während der Luzerner Fasnacht ruht das Schach - so auch am kommenden Montag (nicht vergessen!).
Vernünftig. Logisch. Traditionell.
Und trotzdem sitzt Reto* zuhause vor seinem Brett.
Er stellt die Figuren auf.
Er seufzt.
Er räumt sie wieder ab.
«Es fühlt sich falsch a», murmelt er, «Wie en Partie ohni König.“
Gleichzeitig marschiert draussen eine Guuggenmusig vorbei – im exakt gleichen Rhythmus wie eine tickende Schachuhr.
Tick. Tsching. Tick. Tröööt.
Zufall? Wohl kaum.
Die ersten Symptome
Am Nachmittag treffen sich einige Mitglieder zufällig in der Stadt.
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Einer analysiert das Konfettimuster am Boden wie eine komplexe Mittelspielstruktur.
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Eine andere kommentiert: «Wenn de Fritschi-Omzog do jetzt links abbiegt, isch das eigentlich wie en Rochade - oder meh wie en Sprengerzog...?»
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Und ein Junior kommentiert einen falschen Trompetenstoss: «Schaaach!»
Spätestens da wird es uns klar:
Man kann einen Spielabend absagen.
Aber nicht das Denken - und an was denken Schachspieler meistens...?
Die inoffizielle Analyse
Im Café – rein zufällig, versteht sich – entsteht dann später eine Serviettenanalyse.
«Angenommen, e Guugger isch e Springer», fängt einer an.
«Logisch», sagte ein anderer. „Er chunt immer vo der Siite.»
«Und d’Konfetti?»
«Bauern. Ganz vill. Und am Schluss liged alli ume.»
Die Diskussion dauert länger als manche Blitzpartie.
Und obwohl offiziell kein Schach angesetzt ist, wird mehr über Strategie und Taktik gesprochen als an manchem unserer zahlteichen Vereinsabende.
* Name der Redaktion nicht bekannt

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