– Offizielle Schach-, Brett- und Figurenzeitung der Schachgesellschaft Emmenbrücke

Montag, 26. Januar 2026 19:30 Uhr - Innerschweizer Gruppenmeisterschaft
Emmenbrücke - Sursee ♞
Emmenbrücke 2 - Tribschen 3 ♞
Emmenbrücke 3 - Mythen 3 ♞

Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Schachwochenende mit Katze?

Andi Wüst / ChatGPT 

Am Samstag nachmittag sind vier Spieler aus Sursee zu Gast in Emmenbrücke. Auf dem Programm steht die 4. Runde der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft.

Da nur zwei Tage später, am Montag abend, bereits das gleiche Duell im Rahmen der Innerschweizer Gruppenmeisterschaft angesetzt ist, meint René Oehen scherzhaft zum Schreibenden (sinngemäss):

«Wenn ich heute spiele und am Montag gleich wieder hier bin, könnte ich mir eigentlich ein Hotelzimmer in der Nähe eures Spiellokals nehmen.»

Daraufhin bot ich ihm – mehr oder weniger natürlich ebenfalls im Scherz – unser Gästezimmer an. 🐈 Der einzige kleine Haken: Er müsste das Bett mit unserer Katze teilen. - Die Antwort darauf kann sich wohl jede und jeder selbst ausmalen …

Diese kleine Episode ermöglicht einen nahezu nahtlosen Übergang zu zwei bekannten – wenn auch widersprüchlichen – Geschichten rund um den ehemaligen Schachweltmeister Alexander Alexandrowitsch Aljechin (1892–1946)

Der Legende nach sitzt Aljechin eines Tages innerhalb einer Gruppe tief versunken über einer hochkomplizierten Stellung, als plötzlich eine Katze auf den Tisch springt und mit einem einzigen eleganten Satz sämtliche Figuren vom Brett fegt. Chaos. Figuren rollen über den Boden, niemand weiss mehr, was wo stand. Die Umstehenden sind entsetzt.

Aljechin jedoch bleibt vollkommen ruhig, streicht der Katze über den Kopf und sagt :

«Kein Problem.»

Eingefärbtes Schwarzweißfoto 
Aljechins
Foto: Wikipedia
♟️ Dann setzt er sich hin und rekonstruiert die gesamte Stellung aus dem Gedächtnis – jede Figur, jedes Feld, exakt wie zuvor. Alle sind sprachlos. Die Katze bleibt, wie Katzen nun einmal sind, völlig unbeeindruckt. 🐈

Nun wird es interessant: Denn aus anderen Quellen ist überliefert, dass Aljechin im Gegenteil eine starke Abneigung, ja fast Angst vor Katzen gehabt habe. Das wussten offenbar auch einige seiner Zeitgenossen.

Bei einer Simultanvorstellung soll ein Teilnehmer beschlossen haben, genau das auszunutzen. Er brachte absichtlich eine Katze mit und platzierte sie neben oder unter dem Tisch. Die Katze bewegte sich, strich um Aljechins Beine, sprang vielleicht sogar auf den Tisch. Aljechin wurde sichtbar unruhig, verlor die Konzentration – und spielte ungewohnt schwach. Diese Partie soll er verloren haben.

Ob Legende oder Wahrheit:

Beide Geschichten zeigen, wie eng im Schach Genialität, Mythos und menschliche Schwächen beieinanderliegen – und dass Katzen dabei offenbar seit jeher eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

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