– Offizielle Brett- und Figurenzeitung der Schachgesellschaft Emmenbrücke

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Sonntag, 18. Oktober 2026

Renzo erzählt – mehr als 60 Jahre Schach und Erfolge

 Eine lange Schachpartie mit Renzo

Erinnerungen, Geschichten und sechs Jahrzehnte Schach bei der SGE


Zehn Fragen an ein verdientes Ehrenmitglied der Schachgesellschaft Emmenbrücke


Renzo Mazzoni
Foto: Archiv

Der Anfang

Andreas Wüst/ChatGPT: Wie bist du damals zur Schachgesellschaft Emmenbrücke gekommen? Erinnerst du dich noch an deinen ersten Vereinsabend?

Renzo Mazzoni: Mein Bruder Livio, der bereits einige Jahre in der Schachgesellschaft Emmenbrücke spielte, motivierte mich, in den Club zu kommen. Im Jahr 1962 spielte ich bereits wöchentlich im Verein mit. Im Mai 1963 wurde ich dann als neues Mitglied in die SGE aufgenommen. An meinen ersten Vereinsabend kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern.

Die ersten Schritte

Weisst du noch, wer dich schachlich besonders geprägt hat – und wer dir am Brett das Leben schwer gemacht hat?

Mein Bruder hat mich schachlich gefördert. Als Anfänger haben die meisten Spieler mir das Schachspielen nicht leicht gemacht. Aber ich wollte natürlich auch einmal gegen einen Gegner gewinnen – was mir dann bald einmal gelang.

In der SGE waren wir eine richtige Schachfamilie. Das «Du» gehörte einfach dazu. Das hat mich als Neuling und Jüngsten besonders gefreut, denn die meisten Spieler waren deutlich älter als ich.

Ergänzung zum Interview:
Auch Renzo's Bruder Livio Mazzoni gehört zur Geschichte der SGE. Über viele Jahre war er ein erfolgreicher Spieler und prägte den Verein mit. Während zehn Jahren leitete er den Spielbetrieb des Vereins. Danach zog es ihn beruflich ins Seetal – die Verbindung zur Schachgesellschaft aber blieb bestehen. Noch heute freut man sich in der SGE über jedes Wiedersehen mit ihm.

Unvergessliche Momente

Wenn du auf deine lange Zeit bei der SGE zurückblickst: Welches Erlebnis mit unserem Verein ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Da gibt es einige. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Ski-Weekends in Wirzweli und Emmetten–Niederbauen sowie die alljährlichen Schachausflüge mit Koch Walter Hitz, seinem grossen Kochkessel und natürlich auch den legendären Fussball-Matches.

Unvergessen ist auch der Jubiläumsausflug nach Frankreich ins Elsass.

Sieg oder Niederlage?

Symbolbild
Gab es eine Partie, einen Turniersieg oder vielleicht auch eine bittere Niederlage, die du bis heute nicht vergessen hast?

1964 erreichte ich am Innerschweizer Schachturnier (IST) i der Kategorie C den 7. Rang. Ein Jahr später folgte dann ein besonderer Erfolg: Beim Jubiläumsturnier zum 25-jährigen Bestehen der SGE konnte ich in der Kategorie B den 1. Rang erreichen.

Der Verein im Wandel

Was hat sich bei der SGE im Laufe der Jahre am stärksten verändert? Und was ist erfreulicherweise gleich geblieben?

Der Computer und die laufend stärker werdenden Schachprogramme haben dem Schach enormen Schub gegeben und vieles verändert.

Gleich geblieben sind aber die Freude und das Interesse am Schachspiel.


Gemälde der Legende
Menschen und Begegnungen

Was macht für dich einen guten Schachverein aus – die Erfolge am Brett, die Kameradschaft oder die Menschen, die dahinterstehen?

Ein Schachverein blüht durch einen aktiven Vorstand und natürlich durch gute Kameradschaft. Erfolge im Club und ausserhalb des Vereins tragen ebenfalls dazu bei.

Unser Ehrenmitglied

Du bist Ehrenmitglied der Schachgesellschaft Emmenbrücke. Was bedeutet dir diese Auszeichnung persönlich?

Ehrenmitglied zu sein bedeutet für mich Treue zum Verein und Anerkennung für erbrachte Vorstandsleistungen. Bei anderen Ehrenmitgliedern kann natürlich auch der Erfolg im Schachsport eine Rolle spielen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Bei den früheren Schach-Ausflügen gehörte nach dem Picknick jeweils auch eine Runde Fussball zum Programm. Dabei ging es manchmal fast spannender zu und her als an den Schachbrettern! Diese gemeinsamen Erlebnisse sorgten für viel Spass und bleiben sicher in guter Erinnerung.

Solche Momente zeigen, dass ein Verein weit mehr ist als Schachpartien und Turnierergebnisse. Es sind die gemeinsamen Erlebnisse, die Kameradschaft und die vielen kleinen Geschichten, die das Vereinsleben besonders machen.

Dein Wunsch für die Zukunft

Die Schachgesellschaft Emmenbrücke gehört zu den ältesten Schachvereinen der Region. Ich wünsche mir, dass unser Verein noch lange bestehen bleibt. Schach hat viele positive Eigenschaften: Es ist kein Glücksspiel, bietet unzählige Möglichkeiten und sorgt für Spannung bis zum letzten Zug.

Ich spiele seit 65 Jahren Schach und möchte mindestens noch fünf weitere Jahre weiterspielen – dann bin ich 90! Das ist meine persönliche Motivation und vielleicht auch ein Ansporn für die nächste Generation.

Auf viele weitere Jahre am Schachbrett!

Ich wünsche unserem aktiven Schachverein weiterhin gutes Gedeihen und eine erfolgreiche Zukunft. Trotz des landesweiten Geburtenrückgangs hoffe ich, dass es uns gelingt, noch mehr Jugendliche für unseren Verein und für das faszinierende Schachspiel zu begeistern. Denn junge Menschen bringen frischen Wind, neue Ideen und Leben in unseren Club.

65 Jahre Schach – und noch lange ist nicht Schluss!

Lieber Renzo, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, auf deine lange Verbundenheit mit der Schachgesellschaft Emmenbrücke zurückzublicken und deine Erinnerungen und Gedankensj mit uns zu teilen. Deine Geschichte zeigt eindrücklich, wie viel Leidenschaft, Kameradschaft und Lebensfreude im Schach stecken.

Wir wünschen dir weiterhin viele schöne Stunden am Schachbrett – und dass du dein persönliches Ziel, mit 90 Jahren noch Schach zu spielen, mit Freude erreichst!

Zum 75igsten Geburtstag von Renzo Mazzoni (aus dem Archiv)

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