– Offizielle Brett- und Figurenzeitung der Schachgesellschaft Emmenbrücke

Am Samstag 24. Oktober 14 Uhr Aufstiegsspiel in Hergiswil/NW♟️Montag, 26. Oktober Thematurnier Schlussrunde Paarungen

Dienstag, 20. Oktober 2026

♟️ Jeder Zug hinterlässt Spuren

 SGE-Kolumne · Gedanken neben dem SchachbreTT

Zehn Meter auf 64 Feldern – wie weit reisen unsere Schachfiguren?

Schach ist Denksport. Aber ist es auch Wandersport?

Stellen wir uns vor, wir könnten unseren Schachfiguren Schritt für Schritt folgen. Vom ersten Bauern- oder Springerzug bis zum letzten entscheidenden Manöver. Wie viele Meter kommen da eigentlich zusammen?

Rechnen wir einmal nach: Eine durchschnittliche Partie mit 40 Zügen pro Spieler bringt es auf 80 Halbzüge. Zieht eine Figur im Durchschnitt zweieinhalb Felder pro Zug, ergibt das rund 200 Feldlängen.

200 Feldlängen × 5 Zentimeter = 10 Meter!

Eine überschlagsmässige Beispielrechnung – keine wissenschaftlich ermittelte Durchschnittsdistanz.

Zehn Meter auf einem Schachbrett? Das klingt nach einer gemütlichen Spazierfahrt. Doch auf den 64 Feldern herrscht reger Verkehr. Die Dame wechselt die Brettseite, der Springer hüpft munter durchs Gelände, und der Turm bekommt auf einer offenen Linie plötzlich richtig Auslauf.

Und die Bauern? Sie marschieren meistens Schritt für Schritt vorwärts. Bis einer von ihnen tatsächlich die letzte Reihe erreicht und sich in eine Dame verwandelt. Aus dem Fussgänger wird plötzlich ein Langstreckenläufer mit Sonderrechten!

Wer legt die längste Strecke zurück?

Die grosse Frage bleibt: Welche Figur ist am Ende der Partie am weitesten gereist? Der König vermutlich nicht. Er hat meist andere Sorgen. Die Dame dagegen kann in einer einzigen Partie von einem Flügel zum anderen eilen. Und der Springer? Der nimmt ohnehin selten den direkten Weg.

Natürlich hängt alles vom Spielverlauf ab. Manche Figuren verlassen ihren Platz kaum, andere sind ständig unterwegs. Und manchmal wird eine Figur geschlagen, bevor ihre Reise überhaupt richtig begonnen hat.

Doch wie so oft im Schach zählt nicht, wer am weitesten reist. Entscheidend ist, wer am Ende noch auf dem Brett steht.

64 Felder. Tausend Gedanken. Und manchmal erstaunlich - zusammen gerechnet - sogar viele Kilometer im Kopf.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen