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Freitag, 21. November 2014

Blitzanalyse zur Schach-WM (1):

Anand schenkt den Sieg her 

Magnus Carlsen - Viswanathan Anand,
6. Partie WM Sotschi 2014

Nach der Eröffnung kam es recht schnell zum Damentausch. In der entstandenen Position besaß Weiß Raumvorteil und hatte das Läuferpaar. Der isolierte Doppelbauer auf c3 und c4 war ein Defekt in der weißen Bauernstruktur, der in der Partie aber nicht zum Tragen kam. Schwarz stand fest, aber recht beengt.
Die weiße Position kam dem Weltmeister entgegen, der strategische Stellungen liebt.


Weiß hatte den h-Bauern vorgezogen und griff mit seinen Figuren am Königsflügel an.
Der Bauer g7 war das schwächste Glied in der schwarzen Bauernkette.
Nur mit Mühe konnte Schwarz seine Position am Königsflügel halten.
Dem schwachen schwarzen h-Bauern stand noch ein schwacher weißer e-Bauer gegenüber.
Eigentlich war es ein Spiel auf ein Tor.
Im 26. Zug beging Carlsen mit 26.Kd2 aber eine grobe Unachtsamkeit, die ihn die Partie hätte kosten sollen.
Für einen Moment standen die weißen Figuren ungedeckt im Radius des schwarzen Springers.
Mit 26...Sxe5, gefolgt vom Zwischenzug 27...Sxc4 mit Schach hätte Schwarz Material und wohl auch die Partie gewinnen können. Anand zog stattdessen à tempo 27...a4 und verpasste diese einmalige Chance.
Carlsen erhöhte nun systematisch den Druck gegen den schwarzen Königsflügel.
Vor allem der Bauer h6 konnte auf Dauer nicht verteidigt werden. Schwarz hatte keinerlei Gegenspiel.
Die schwarze Abwehrstellung am Königsflügel wurde restlos aufgerieben.
Schwarz verlor seine Bauern auf der f- und e-Linie und würde auch den h-Bauern einbüßen.
Gegen die weiße Bauernwalze im Zentrum und am Königsflügel gab es keine Verteidigung mehr.
Quelle: Spiegel-online

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